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Passivhaus bietet großes Energiesparpotenzial

Passivhäuser zeichnen sich durch gute Isolierungen aus
Passivhäuser zeichnen sich durch gute Isolierungen aus

Ein Passivhaus punktet mit niedrigen Kosten für die Heizung und je nach Ausstattung für die Energie im Allgemeinen. Ein Haus muss bestimmte Kriterien erfüllen, um als Passivhaus gewertet zu werden. Erfahren Sie hier mehr über Bauweise, Vorteile und Fördermöglichkeiten.

Verglichen mit einem „herkömmlichen“ Haus benötigt ein Passivhaus weniger als zehn Prozent der dort notwendigen Heizenergie. Denn: Ein Passivhaus kommt ohne zusätzliches Heizsystem aus. Um diesen Passivhausstandard zu erreichen, müssen Sie beim Bau zahlreiche Dinge beachten.

Ein Passivhaus – was ist das?

Wenn Sie ein Passivhaus bauen möchten, muss es fünf Regeln entsprechen.

  • Wichtig ist die Wärmedämmung. Über die Außenhülle des Hauses dürfen dank der sehr guten Dämmung höchstens 0,15 Watt pro Quadratmeter und Grad Temperaturdifferenz verloren gehen. Das entspricht einem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) von 0,15 W/(m2K).
  • Kanten und Ecken, Anschlüsse und ähnliche Stellen sind prädestiniert als Wärmebrücken. Sie müssen besonders sorgfältig gearbeitet werden, damit an diesen Stellen keine Wärme verloren geht.
  • Sie verwenden Fenster mit extra gedämmten Rahmen und einer Dreifachverglasung, die Wärmeschutz bietet. Auf diese Weise liegt der U-Wert der Fenster bei sparsamen 0,8 W/(m2K).
  • Eine Komfortlüftung sorgt für angenehme Frische der Raumluft, während sie gleichzeitig Wärme aus der Abluft zurückgewinnt.
  • Ihr Passivhaus muss luftdicht sein. Das wird durch einen bestimmten Test mit Über- und Unterdruck überprüft, bei dem die Leckage nicht über 0,6 Hausvolumen pro Stunde beträgt.

Als privater Bauherr können Sie diese Regeln nicht selbst einhalten – hier müssen Fachleute von Beginn des Baus an auf alle wichtigen Details achten. Auf jeden Fall sollten Sie einen Energieeffizienzberater zuziehen, der Ihnen bei der Planung zur Seite steht. Er weiß nicht nur über die oben genannten Regelungen Bescheid, sondern auch über die weiteren Voraussetzungen für den Bau eines Passivhauses, die sich je nach Bundesland voneinander unterscheiden können.

Passivhaus – welche Heizung sorgt für Wärme?

Das Passivhaus ist bekannt für sein angenehmes Raumklima. Die Wohlfühltemperatur wird vor allem durch das Belüftungssystem erzeugt: Die Abluft gibt 80 Prozent der Wärme, die sie von den Körpern der Menschen innerhalb des Hauses, von benutzten Elektrogeräten und von Sonneneinstrahlung aufgenommen hat, an die frisch hereinströmende Außenluft ab. So erreicht sie bereits erwärmt das Innere des Hauses. Möchten Sie als Bauherr eine zusätzliche Heizquelle einbauen, haben Sie die Wahl zwischen Sonnenkollektoren, Erdwärme und einem zentralen Ofen. Letzterer kann beispielsweise mit Pellets betrieben werden und gleichzeitig auch als Warmwasserbereiter dienen. Viele Bauherren entscheiden sich für eine Fußbodenheizung oder eine andere Flächenheizung, wenn sie ein Passivhaus bauen.

Unterschiede zwischen Passivhaus und Niedrigenergiehaus

Neubauten heutzutage sind bereits Niedrigenergiehäuser, da sie bestimmten Vorschriften hinsichtlich der Dämmung entsprechen müssen. Das Passivhaus geht aber weit darüber hinaus: Es erzeugt rund 80 Prozent weniger Heizkosten als ein Niedrigenergiehaus. Sie können bereits bestehende Häuser durch Sanierungen und Modernisierungsarbeiten auf das Niveau eines Niedrigenergiehauses heben. Ein Passivhaus mit seinem wohldurchdachten Lüftungssystem hingegen wird immer neu gebaut.

Kann ein Passivhaus ein Fertighaus sein?

Manche Bauherren haben Bedenken, dass ein Passivhaus Kosten in einem zu großen Ausmaß verursacht. Für sie lohnt es sich, ein Fertighaus als Passivhaus in Erwägung zu ziehen, da es günstiger ist als eine individuell entworfene Immobilie. Grundsätzlich können Sie sich für jeden Haustyp entscheiden, die Ihnen zusagt, sei es ein Fertighaus, ein Massivhaus oder ein neues Heim ganz aus Holz.

Wie viel kostet ein Passivhaus?

Wie bei jedem Haus hängen beim Passivhaus die Preise von zahlreichen Faktoren ab. Dazu zählen:

  • Größe des Hauses
  • Grundriss
  • Region
  • Lage
  • Grundstück
  • Extras
  • Keller
  • Solaranlage, Erdwärmepumpe etc.

Besser formuliert wäre also die Frage: Was kostet ein Passivhaus pro qm? Durchschnittlich können Sie hier mit 1700 Euro rechnen, während Sie für ein nach den aktuellen Energievorschriften gebautes entsprechendes Haus zwischen 1300 und 1500 Euro/qm rechnen müssten.

Der Unterschied ist beachtlich: Wenn Sie für ein Einfamilienhaus rund 15.000 Euro mehr ausgeben sollen als es in der Theorie notwendig wäre, brauchen Sie natürlich einen guten Anreiz. Einerseits ist dieser in den verschwindend geringen Heizkosten gegeben: Wo Sie bei einem Einfamilienhaus im Jahr gut und gern über 700 Euro bezahlen müssen, sind diese Kosten beim Passivhaus nicht der Rede wert. Andererseits sind Passivhäuser häufig mit Maßnahmen zur Gewinnung alternativer Energie ausgestattet, sodass Sie auch beim Energiepreis sparen können. Da die Kosten für herkömmliche Energie schon seit geraumer Zeit tendenziell steigen, birgt dieser Umstand auf lange Sicht gesehen einiges Sparpotenzial.

Mögliche Förderungen für den Bau des Passivhauses

Ein Passivhaus versucht zunächst höhere Kosten

Die Einsparungen bei Heizkosten machen den finanziellen Mehraufwand wett

Es gibt verschiedene Förderungen, die Sie für den Bau Ihres Passivhauses beantragen können. Dafür ist es gleichermaßen notwendig wie hilfreich, einen Energieeffizienzexperten hinzuzuziehen, der auf der Liste des Bundes steht. Er kann Ihnen nicht nur während des Baus zur Seite stehen und darauf achten, dass alle Vorschriften eingehalten werden, sondern ist auch für die Antragstellung bei der KfW nötig. Im Rahmen des Förderprogrammes „Energieeffizient bauen“ können Sie hier einen zinsgünstigen Kredit von maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit erhalten.

Planen Sie den Einbau von Anlagen zur Stromversorgung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, können Sie auch eine Förderung nach dem KfW-Programm „Erneuerbare Energien“ beantragen. Auch Programme des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) können interessant sein, da sie Solaranlagen und Wärmepumpen fördern. Sprechen Sie mit Ihrem Energieeffizienzexperten darüber: Er kennt die verschiedenen Programme und weiß, in welcher Antragskombination die größtmögliche Förderung möglich ist.